Airbrush?

Posted 13. September 2009 by girafebleue
Categories: Vasen

Man hört immer wieder, bei Augarten gäbe es nur handgemalte Dekore. Das ist ein Irrtum. Es gab auch Druckdekore. Das sind jedoch nicht die einzigen Techniken. Man hat auch mit einem Luftpinselapparat gearbeitet.

Ein Foto aus den 1950er Jahren zeigt diese Technik:

airbrush

 

Und hier das Ergebnis: Vase Form Nr 798, Dekor Nr 6628 (Entwurf Edwin Breideneichen)

ursula klasmann bunt

Bastei

Posted 12. September 2009 by girafebleue
Categories: Personen

In dem Katalog “Service der Wiener Porzellanfabrik Augarten A.-G.” aus dem Jahr 1937 findet sich u.a. ein Service namens “Bastei”.

 69 Bastei  bastei 69

Es handelt sich um das Teeservice mit der Nummer 69. Laut Katalog gab es den Servicekern (Teekanne, Milchgießer und Zuckerdose) in drei verschiedenen Größen. Außer der Ausführung in weiß bot man auch Dekorausführungen an, und zwar in der Randdekorklasse

  • 5626 einfacher Randdekor in Rot oder Grün (das war die billigste Variante)

    69 grüner Rand

  • 5625 einfacher Poliergoldrand (etwas teurer) und
  • 5633  einfacher Poliergoldrand mit schwarzer Linie und Goldlinie (noch etwas teurer).

    69 GR schwarzer Rand

Aufwändigere Dekore waren:

  • 5690/91 stilisierter Blumendekor in Rot oder Grün mit Goldstaffage
  • 5664 stilisierter Blumendekor “Rose” in Graubraun

    69 braune rose2
    69 braune rose

  • 5692 “Segelboot”, in Braun mit braunem Rand

Hier noch eine Ausführung in weiß:

69 weiß

Obwohl im Katalog von 1937 nicht aufgelistet, gehört das kleine Mokkaservice in Schwarz auch hierher.

69 schwarz

Gelb ist nicht gleich gelb….

Posted 13. August 2009 by girafebleue
Categories: Service, Vasen

Tags:

 

verschiedene gelbe Teile

verschiedene gelbe Teile

Die Farbpalette von Augarten muss groß sein, wenn bloß von den Gelbtönen eine solche Fülle aufscheint.

Bei der Auswahl auf dem Foto handelt es sich allerdings um eine diachrone Mischung, die frühesten Teile noch aus den 1920er Jahren, die neuesten um etwa 2000 gemalt.

Bei den meisten Teilen fällt der Farbunterschied nicht sehr auf. Eine Vase steht meist allein und kann ihre Farbe zur Geldung bringen, ohne auf gleiche Vasen späterer Ausfertigung Rücksicht zu nehmen.

Die Art Deco Moccatassen werden schon lange nicht mehr hergestellt, da kann auch kaum ein Problem entstehen.

Besonders deutlich, eben störend, wirken Farbunterschiede, wenn man zu einem bereits vorhandenen Service Teile nachkaufen will. Solange dies innerhalb einer gewissen Zeitspanne passiert, passen auch die Farben. Doch über die Zeit hinweg haben sich die Farbmischungen immer wieder geändert.

Gut sichtbar und nachvollziehbar ist dies am Beispiel des Melonenservices, weil es über eine lange Zeit bis heute auch in gelb produziert worden ist.

Bei dieser Zuckerdose sieht man deutlich den Farbunterschied zwischen einem alten Deckel und einer neu dazugekauften Dose:

P1030404

Das/der kleine Schwarze

Posted 24. Juli 2009 by girafebleue
Categories: Service

Tags: , ,

 

schwarz 

 

 

Elegant wie das kleine Schwarze präsentiert sich dieses Miniaturservice, das perfekte Ambiente, um den kleinen Schwarzen stilecht zu servieren.

Es handelt sich um die Form 69, genannt “Bastei”.

schwarz2

Keine Kanne ohne Knauf

Posted 20. Juli 2009 by girafebleue
Categories: Service

24

Natürlich ist der Knauf wichtig. Wie sollte man denn sonst den Deckel in die Hand nehmen? – Und doch! Es gibt zumindest eine Ausnahme! Aber davon später….

 0101

02 02

05 05

 0606

 1515

19 19

 2020

20 20b

20 20c

 2020d

21 21

22 22

 2424

59 59

 6868

69 69

71 71

72 72

Das sind eine Menge Knäufe, aber noch nicht alle! Es fehlen noch einige traditionelle Entwürfe wie z.B. Form 114 und Form 62. Auch die Knäufe diverser Deckeldosen habe ich nicht berücksichtigt.

Und die eine Form, die ohne Knauf auskommt, ist auch noch ausständig. Es handelt sich um ein Kaffeeservice aus den 1960er Jahren.

74

Augarten meets KPM

Posted 14. Juli 2009 by girafebleue
Categories: Figuren, Tiere

Tags: , ,

Do you know which is which? Have a guess :-)

donkeys

The donkey on the right comes from Augarten!

Er ist ein Entwurf von Michael Powolny von 1927. Er wurde in weiß und grau craquelé ausgeführt.

Unlängst gingen die beiden auf Abenteuer ;-)

The_big_adventure[1]

Ein Blumenstrauß für BotanikerInnen

Posted 5. Juli 2009 by girafebleue
Categories: Service

Tags:

bot mokkaservice

Die meisten der bekannten Blumendekore von Augarten sind stilisiert, ein- oder mehrfärbig. Am bekanntesten ist wohl die Wiener Rose, mehrfärbig in Rosa- und Grüntönen. Andere häufig anzutreffende Dekore sind Maria Theresia und Prinz Eugen in grün oder Bunte Chinoiserie in vielen Farben.

Was ich heute vorstellen möchte, ist auch ein Blumendekor, aber mit großer Detailtreue nach dem Vorbild von Pflanzen aus der Natur gemalt. Die Blumen befinden sich auf den Teilen eines Mokkaservices. Jeder Teil trägt auf der Unterseite neben der Marke auch den jeweiligen botanischen Namen der abgebildeten Pflanze. Die Angaben bei den hier gezeigten Bildern beziehen sich auf den jeweils abgebildeten Teil. Die Bezeichnung weicht etwas ab von der mir vorliegenden Dekornummernliste.

 bot narcissus tarzetta

Milchkännchen                                     5240 Narcissus tarzetta

 bot narcissus tarzetta marke

 bot campanula media

 

Mokkatasse

5238 Campanula media

 bot gentiana acaulis

 

Mokkatasse

5238 Gentiana acaulis

 bot narcissus colathinus

 

Mokkatasse

5250 Narcissus colathinus

 bot ranunculus

 

Mokkatasse

5244 Ranunculus

 bot rosa centifolia

 

Mokkatasse

5245 Rosa centifolia

 bot solanum astroites

 

Mokkatasse

5243 Solanum astroites

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

bot solanum astroites zudo

 

Zuckerdose

5235 Solanum astroites

 bot tulipa gesneriana

 

Mokkakanne

5239 Tulipa gesneriana

 

In der Dekornummernliste finden sich folgende Angaben:

 Dekornummer

Dekorbezeichnung

 52340

 Rose

 52341

 Iris

 52342

 Tazette

 52343

 Nachtschatten

 52344

 Anemone

 52345

 Gladiole

 52346

 Pelargonie

 52347

 Lilie

 52348

 Federmohn

 52349

 Tulpe

 5234X

 Hyazinthe

 5234Y

 Georgine

 5235

 Cactus alatus

 5243

 Anemone

 5244

 Ranunculus orientalis

 5248

 Helianthus multiflora

 5251

 Pelargonium laxiflorum

Individualisierung durch Monogramm

Posted 2. Juli 2009 by girafebleue
Categories: Dosen, Service

Tags: ,

Es war der Stolz unserer Großmütter und Urgroßmütter: das Monogramm. Es fand sich eingewebt auf Bett- und Tischwäsche, graviert auf dem Silberbesteck und kunstvoll gemalt auf dem Speise- und Kaffeeservice.

Was früher zum guten Ton der bürgerlichen Gesellschaft gehörte, schien ausgestorben in unserer modernen Zeit. Doch der Ruf nach Individualisierung bringt das alte Monogramm wieder aufs Tapet. Augarten bietet nach wie vor für auf Wunsch eigens angefertigte Service mit Monogramm. Der Kunde hat die Wahl zwischen verschiedenen Formen und Dekoren. Zuletzt sah man ein auf Kundenwunsch angefertigtes Service in der Auslage der Filiale Stock-im-Eisen-Platz in Wien im vergangenen Winter. Dieses Service kam jedoch ins Kreuzfeuer der Kritik, weil der Knauf der Deckelterrine in Form eines Schwarzen war, aus einer Serie von Exotenköpfen, entworfen von Ena Rottenberg in den ersten Jahren der Manufaktur Augarten.

Die Auslage regte in mehrer Hinsicht zu Missverständnissen an.

  • Einerseits ging es um den vieldiskutierten Mangel an politischer Korrketheit wegen der Darstellung eines “Negerkopfs” als Deckelknauf.
  • Außerdem öffnete der gleichzeitig verwendete Ausspruch “Yes, we can” Missverständnissen Tür und Tor. Die kommentarlose Verwendung von Barack Obamas Werbeslogan wurde vielfach wie eine Provokation aufgefasst.
  • Schließlich wurde der Sachverhalt verwischt dargestellt. Man bekam beim Durchlesen des Werbetexts den Eindruck, ein Kunde hätte ein Service bestellt nach der Vorlage eines alten (Messing?) Türknopfs in Form eines Mohrenkopfs, ein Auftrag, den Augarten durch Wiedergabe des Mohrenkopfs ausgeführt hätte. Tatsächlich handelt es sich um einen Entwurf aus den 1920er Jahren durch Ena Rottenberg.
  • Augarten warb damit, individuell auf Kundenwünsche einzugehen. Der Mohrenkopf auf dem Service Ena ist jedoch eine Serienanfertigung. Die individuelle Gestaltung fand ausschließlich im Dekor statt, vornehmlich in der Verwendung eines Monogramms. Der Rest war schlicht ein Werbegag.

Abseits der Diskussion um die umstrittene Auslage ist das Monogramm jedoch eine sehr elegante Art, um sein Service zu individualisieren.

Hier eine Dose und ein Mokkagedeck mit den Initialen MS:

dose MS

 

MS

 

tasse MS

Teeservice OPUS

Posted 1. Juli 2009 by girafebleue
Categories: Service

Tags: , , , ,

Das Service mit der Formnummer 68 umfasst ein Speiseservice, ein Tee- und Kaffeeservice und ein Mokkaservice.

Heute hat es den Namen OPUS. Es ist ein Entwurf von Michael Powolny um 1928/29 (Angaben nach Elisabeth Frottier, Michael Powolny, Wien 1990).

Die Form ist kompromisslos aus der Kugel entwickelt. Dies wird sehr gut sichtbar bei der Teekanne und der Zuckerdose. Typisch ist außerdem die leicht eingezogene Wandung, ein Merkmal, das sich bei den Tellern wiederholt. Der breitbandige Henkel ist ebenso schörkellos streng geometrisch geformt und angesetzt.

68 teeservice

68 teekanne

68 zuckerdose

68 tasse

68 kuchenteller

 

Black vase

Posted 30. Juni 2009 by girafebleue
Categories: Vasen

Tags:

schwarz matt

Form 795

Dekor 6624 (Goldliniennetz, Entwurf Edwin Breideneichen)

Maler: 1 (Edwin Breideneichen)

 

Eine Kombination von mattem schwarzem Fond und unruhigen goldenen Linien macht den Reiz dieser kleinen Vase aus.